Das Spiel wird nach einer einfachen Installation mit einem etwas gruseligen, aber toll animierten und synchronisierten Video eingeführt. In dem Video wird die Geschichte, die hinter dem Adventure steht, vorgestellt und auch die genaue Aufgabe erläutert: Ein verrückt gewordener Mathematiker hält seine Tochter in seinem Keller eingesperrt, wo sie ihm bei der Lösung eines schwierigen mathematischen Problems helfen soll. Der Spieler irrt durch eine Umgebung (zunächst das Dorf Numberville, dann ein Labyrinth unter dem Schloss, sowie dass Schloss selbst) um anhand von mathematischen Rätseln Türen zu öffnen und Gegenstände zu sammeln. Mit diesen soll am Ende die eingesperrte Tochter des verrückten Professors befreit werden.
Der Spieler bewegt sich indem er mit der Maus auf verschiedene Stellen der Oberfläche klickt. Allerdings muss man teilweise den gesamten Bildschirm absuchen, bis man einen passenden Pfeil findet, der einen im Raum bewegt. Man klickt sich also durch verschiedene Standbilder der Umgebung und kann sich nicht wie beispielsweise in einem 3D-Shooter frei bewegen, was aber die tolle Atmosphäre selbst nicht weiter stört, wohl aber in der Handhabung etwas umständlich wirkt, denn die Bewegungsrichtung ist anhand des gezeigten Icons nur grob zu erkennen. Trotzdem ist die Grafik sehr ansprechend gestaltet und kann mit vielen Adventure-Spielen problemlos mithalten. Wie bei solchen Spielen muss der Spieler auch bei Mathica an vielen Stellen Gegenstände (und Aufgaben) suchen, der Sinn von manchen möglichen Optionen erschließt sich erst, nachdem man an anderen Stellen des Spiels gewesen ist.
Neben den Pfeilen helfen sowohl das Menü in der rechten unteren Ecke, wie ein Icon in der linken oberen Ecke. Dieses Icon ändert sich zu einem Plussymbol, wenn z.B. eine Aufgabe beschrieben oder auf andere Art ein Tipp gegeben wird. Dies ist an vielen Stellen sehr hilfreich, denn durch die Grafik wird dem Spieler klar, dass er eine Aufgabe lösen soll; allerdings muss die Art der Aufgabe erkannt werden.
Im Spiel stellen sich dem Spieler an verschiedenen Stellen Hindernisse in den Weg. So kann eine Tür z.B. nur geöffnet werden, wenn ein bestimmter Code eingegeben wird. Der Code wiederum wird anhand von unterschiedlichen mathematischen Aufgaben ermittelt. Dies kann im einfachsten Fall das Fortführen einer Zahlenfolge sein, oder das Ausfüllen eines magischen Quadrats. Die Aufgaben werden grafisch dargestellt, anhand dieser Darstellung muss der Spieler erkennen, welche mathematischen Rechnungen er durchführen muss, um das Hindernis zu beseitigen.
Wenn man trotz der Grafik und der genannten Hilfe die Aufgabe nicht lösen kann, so kann der Spieler auf ein „Wissensmodul“ zurückgreifen. Zu diesem gelangt man durch Wählen des entsprechenden Punkts im Menü rechts unten. Nach der Auswahl erscheint auf der rechten Seite ein Menü, in dem das nötige Fachwissen präsentiert wird. Dieses Wissen ist nach verschiedenen Themengebieten sortiert. Daher kann es zu Problemen kommen, wenn die Aufgabe nicht eindeutig zugeordnet werden kann (dies ist je nach Vorwissen unter Umständen durchaus schwierig). Das mathematische Fachwissen wird sowohl durch Texte, Animationen als auch durch eine Sprecherin vorgetragen. Durch diese multimediale Präsentation fällt es leicht, sich mit dem Wissen auseinanderzusetzen. Die Animationen sind ansprechend gemacht und die erläuternden Texte durchaus auf einem auch für Schüler verständlichen Niveau. Dabei werden auch Zusatzinformationen zum mathematischen Kontext geboten, beispielsweise interessante geschichtliche Details, die mit Dem Thema zusammenhängen.
Neben dem Wissensmodul kommt man durch das untere Menü vom Spiel aus direkt auch zu dem Punkt „Optionen“. Im oberen Teil der Oberfläche erscheint dann ein Übersichtsplan (zunächst vom Dorf „Numberville“), anhand dessen die Navigation innerhalb des Spieles vereinfacht wird. In der unteren Hälfte kann die Lautstärke und die Grauwerte der Grafik verändert werden, aber auch die Hilfe und die Sprecher (de-)aktiviert werden. Auch kann das Spiel an dieser Stelle gespeichert und auch verlassen werden. Allerdings gibt es leider keine Möglichkeit das Anfangsvideo zu wiederholen, um z.B. einem später hinzukommenden Mitspieler die Aufgabe zu erklären.
Der dritte Menüpunkt im unteren Bereich des Spiels zeigt das Inventar an. In dem Spiel können an verschiedenen Stellen Gegenstände aufgesammelt werden, diese werden im Inventar gespeichert und können dort betrachtet werden. Ebenso können sie per Drag&Drop wieder in das Spiel zurückgeschoben werden, um dort passend eingesetzt zu werden.
FAZIT:
Das Spiel kann Schüler motivieren, sich mit mathematischen Rätseln zu beschäftigen. Zudem werden einige Inhalte der Mathematik angeschnitten. Im Wissenmodul kann man verschiedene Aspekte gezielt anwählen und auch in der Schule verwenden. Da jedoch im Spiel sehr viele verschiedene Bereiche vorkommen, ist das reine Spiel nur eine Ergänzung zum Unterricht, kann dort aber nur sehr bedingt eingesetzt werden.
Mathica: von Heureka; Klett-Verlag